Inhaltsverzeichnis

 

Balthasar Hoffmann...Lehrer in Merseburg...1697-1789

Daniel Wilhelm Triller...Apotheker in Merseburg/ Mediziner

Karl Kottlob Kühn...Mediziner

Christoph Martin Keller...Historiker

Johann Christian Buxbaum...Botaniker

Johann Friedrich Henckel...Arzt, Mineraloe, Chemiker

Lucian Müller...Philologe

Karl Gottlob Rössler...Rechtsanwalt, Professor der Philosophie

Orffyreus Perpetuum mobile von Merseburg oder das Besslerrad/ Johann Bessler...Erfinder

Ernst Ludwig August von Rebeur-Paschwitz...Astronom, Geophysiker...baute den ersten Seismographen

 

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Hoffman, Balthasar

Geboren 1697 in Bojanowo, einer polnischen Stadt und über 90jähig 1789 in Merseburg verstorben. Nach seinem Schulbesuch in Breslau, dem Studium der Theologie und Philosophie in Leipzig mit Abschluss als Magister wurde er 1731 Konrektor an der Stiftsschule am Merseburger Dom, 1742 dort Rektor und schied 1783 im Alter von 85 Jahren aus dem aktiven Dienst als Lehrer aus. Aus der ersten Ehe mit Christiana Sophie Henckel (1717-1742) stammt die Tochter Christina Sophia (1741-1742) und aus der zweiten Ehe mit Catharina Hedwig Vogt (1724-1772) weitere 6 Kinder (1748, 1751,1753,1759,1765 geboren). Von ihm sind vier Briefe aus den Jahren 1731 bis 1750 an den Schriftsteller und Literaturtheoretiker Johann Christoph Gottsched erhalten.

Quelle: Johann Christoph Gottscheds Briefwechsel

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Daniel Triller

 
 
 
Daniel Triller (Porträt von Johann Jacob Haid 1695)

Daniel Wilhelm Triller ....von 1720-1730 Apotheker in Merseburg

(* 10. Februar 1695 in Erfurt; † 22. Mai 1782 in Wittenberg) war ein deutscher Mediziner und Schriftsteller.

Triller war der Sohn des Doktors der Medizin und Professors für Mathematik am Erfurter Gymnasium Johann Moritz Triller (1662–1701) und dessen Ehefrau Rosine Sibylla (geb. Köhler, Koler). 1701, im Alter von sechs Jahren, verlor Triller am selben Tag durch hitziges Fieber beide Eltern. Zunächst wurde er durch seinen Vormund, den Bürgermeister Gellert in Altenburg erzogen. Später erinnerte er sich nicht positiv an diese Zeit bis zu seinem zwölften Lebensjahr. Denn in jungen Jahren hatte er bereits einen ausgeprägten Trieb zur Poesie entwickelt. Das Lesen der Bücher wurde ihm während dieser Zeit häufig in den Abendstunden verleidet. Man löschte ihm beim Lesen das Licht aus und jagte ihn ins Bett. Auch soll die Verwaltung seiner Hinterlassenschaft in der damaligen Zeit recht schlecht geführt worden sein.

Die Lehrweise in Altenburg ist Triller ebenso nicht gut in Erinnerung geblieben. Daher empfand er es eher als Glück, dass er das Gymnasium in Zeitz unter dem Rektor Herzog besuchen konnte. Dort legte er den Grund seiner Kenntnisse der schönen Wissenschaften, besonders der griechischen und lateinischen Sprache. Ihm stand, so gebildet, bald ein umfangreiches Wissen der philosophischen Wissenschaften zu Verfügung. Ab 1713 studiert Triller an der Universität Leipzig, hauptsächlich bei den Professoren Friedrich Menz in Philosophie, Johann Christian Lehman in Naturlehre und Johann Burkhard Mencke in Geschichte. Er erwarb sich am 7. Dezember 1715 den Baccalaurus und wurde am 13. Februar 1716 Magister der Philosophie. Noch im selben Jahr habilitierte er sich in Leipzig mit der Disputation de Moly Homerico cum reliquis argumentis ad fabulam circaeam pertinentibus. An der Universität wurde er auch Mitglied der Vertrauten Gesellschaft, einer Vereinigung unter der Ägide des Reichsgrafen von Lotz.

Bereits 1714 hatte sich Triller für einen medizinischen Werdegang entschieden. Dazu besuchte er die medizinischen Vorlesungen von Johannes BohnAugust Quirinus Rivinusund Polycarp Gottlieb Schacher. 1718 begab er sich an die Universität Halle und promovierte bei Prof. Hofmann mit De pinguedine ceu succo nutritio superfluo zum Doktor der Medizin. Noch im selben Jahr kehrte er nach Leipzig zurück, wo er Privatvorlesungen zur Arzneikunde und der griechischen Literatur hielt. Er behandelte in seinen Vorlesungen die Briefe des Apostel Paulus und beschäftigte sich eingehend mit Hippokrates. Da er durch seine Vorlesungen einen immer größer werdenden Bekanntheitsgrad erwarb, wurde ihm 1720 die Stelle eines Landphysikus in Merseburg angetragen. Diese trat er an, heiratete im selben Jahr die Tochter eines Apothekers, wurde in seiner Merseburger Zeit literarisch aktiv und führte nach dem Tod seines Schwiegervaters dessen Apotheke allein weiter. Da es gesetzlich untersagt war, den Beruf des Arztes und des Apothekers gleichzeitig auszuüben, legte er das Landphysikat nieder und blieb Apotheker.

1730 wurde er zum Leibarzt des Erbprinzen Karl von Nassau-Usingen berufen. Da seine Frau 1729 gestorben war, fühlte Triller sich auch nicht mehr besonders gebunden. So begleitete er den Thronfolger bis 1732 auf dessen Grand Tour durch Frankreich, die Schweiz und die Niederlande. Auf dieser Reise schloss Triller Bekanntschaft mit vielen für ihn wichtigen Leuten. Namentlich erwähnt seien hier unter anderem Nikolaus BernoulliSamuel WerenfelsHerman Boerhaave Jakob Christian Iselin und Bernard le Bovier de Fontenelle. Anlässlich einer persönlichen Begegnung mit Franz Stephan von Lothringen, überreichte er diesem ein eigens verfasstes Gedicht, in welchem er ihm vierzehn Jahre vorher die Kaiserkrone vorausgesagt hatte. Dies brachte Triller bei vielen Zeitgenossen den Ruf eines Propheten ein.

Im Frühjahr 1732 kehrte Triller nach Merseburg zurück. Zwei Jahre später, am 7. Oktober 1734 heiratete er Henriette († 12. August 1751 in Frankfurt), die Tochter des fürstlich-nassau-dillenburgschen Rates Johann Thomas Thomae. Aus dieser Ehe stammen acht Kinder.[1] Mit seiner Familie lebte in diesen Jahren in Usingen, wo er als Arzt praktizierte und sich am Hofe aufhielt. In jener Zeit erfasste ihn wieder seine heftige Neigung zur Poesie. Als Frucht seiner Arbeit entstanden ein Teil seiner poetischen Betrachtungen undäsopische moralische Fabeln. 1744 ließ er sich vom Hof entlassen und nahm eine Leibarzt- und Ratsstelle am Reichshof-Ratskollegium in Frankfurt am Main an. Da ihn die Tätigkeit so sehr beanspruchte, dass er nur eingeschränkt literarisch arbeiten konnte, nahm er im Juni 1745 die Stelle eines Leibarztes beim Herzog Johann Adolf von Sachsen-Weißenfels an und begleitete ihn auch auf seinem böhmischen Feldzug.

Nach dem Tod des Potentaten, fand er 1746 in August III. von Sachsen einen neuen Förderer. Dieser bot ihm an, dass er als Hochschullehrer der Medizin nach Leipzig oder Wittenberg gehen konnte. Er entschied sich für Wittenberg, wo er 1749 nach dem Tod von Christian Gottfried Stentzel, erster Professor an der medizinischen Fakultät fürPathologie und Therapie wurde. Zudem wurde er zum kurfürstlich-sächsischen Hofrat ernannt. In seinen Vorlesungen verließ er die gewöhnlichen Kompendien und las über die Bücher des Hippokrates und anderer alten Ärzte. Seine Vorlesungen wurden allerdings wenig frequentiert. Dafür mag auch ein Grund in seiner ständigen Anwesenheit am sächsischen Hof Dresden zu suchen sein, sowie in seinen Forschungen, die sich in seinen Werken reflektieren. Triller hat sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Wittenberger Akademie beteiligt. So war er zweiundzwanzig Mal Dekan der medizinischen Fakultät und in den Wintersemestern 1751, 1757, 1763, 1769, 1775, 1781 sechs MalRektor der Wittenberger Hochschule. Am 22. Mai 1782 starb Daniel Wilhelm Triller in Wittenberg im Alter von 87 Jahren. Für seine eigene Beerdigung hatte er den Choral D. W. Trilleri extremum vale oder letzte Abschiedsgedanken von dieser Welt gedichtet.

Bekannt, zumindest bei seinen Zeitgenossen, war Triller nicht nur als Lyriker und Fabeldichter. Durch seine Bekanntschaft mit Johann Christoph Gottsched war er auch in dessen literarischen Streit mit Johann Jakob Bodmer und Johann Jakob Breitinger hineingezogen worden, der mit den anzüglichsten Bitterkeiten geführt wurde bis ihm der Siebenjährige Krieg und Gottscheds Tod ein Ende setzten.

aus Wiki 2014

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Carl Gottlob Kühn...Mediziner...Schulausbildung in Merseburg...stammt aus dem Stift/ Spergau...neue medicinisch-chirurgische Zeitung vom 21.1.1841

 

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Christophorus Cellarius


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Christophorus Cellarius (mit bürgerlichem Namen: Christoph Martin Keller) (* 22. November 1638 in Schmalkalden; † 4. Juni 1707 in Halle an der Saale) war ab 1693 Professor für Rhetorik und Geschichte an der neu gegründeten Friedrichs-Universität in Halle (heute Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg).

Er förderte durch seine Veröffentlichungen nicht nur die lateinische Sprachwissenschaft, sondern auch die Geographie, Altertumskunde und Geschichtswissenschaft. Mit seiner dreibändigen Historia Universalis (1702) machte er die Einteilung der Geschichtswissenschaft in Alte, Mittelalterliche und Neue Geschichte kanonisch. Zuvor wurde Universalgeschichte nach der Abfolge von insgesamt vier aufeinander folgenden Weltreichen periodisiert.

Christophorus Cellarius besuchte das Lyceum seiner Geburtsstadt, wo sein Vater Superintendent war, und studierte an den Universitäten Jena (1656) und Gießen (ab 1659) klassische und orientalische Sprachen, Geschichte, Theologie, Philosophie, Jura und Mathematik. Er schloss seine Studien 1666 in Gießen mit dem Grad eines Magister der Philosophie ab. 1667 wurde er von Herzog August als Professor für hebräische Sprache und Ethik an dem Gymnasium von Weißenfels angestellt. Ab 1673 war er dort Rektor. Die Qualität seines Unterrichts und seiner gelehrten Abhandlungen machten ihn bald so bekannt, dass er noch im Jahr 1673 Rektor des Gymnasiums in Weimar wurde und 1676 die Leitung der Stiftsschule Zeitz übernahm, der er hohes Ansehen verschaffte. 1688 beförderte man ihn zum Rektor der Domschule Merseburg.

Als der Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg 1694 die Universität Halle gründete, wurde Cellarius zum Professor für Rhetorik und Geschichte berufen. Er verfasste die Statuten der Philosophischen Fakultät und leitete ab 1696 die Bibliothek und das Lehrerseminar (Seminarium Praeceptorum), das August Hermann Francke gegründet hatte. Ab 1697 stand er an der Spitze des ersten deutschen Philologischen Seminars (Collegium elegantioris litteraturae) und war 1697/98 Prorektor der Universität. Da in jener Zeit der Andrang Studierender zu den philologischen Seminaren nicht sehr groß war, blieb ihm Zeit genug, sich durch eine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit Verdienste zu erwerben.

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Johann Christian Buxbaum
Johann Christian Buxbaum (* 5. Oktober 1693 in Merseburg; † 7. Juli 1730 in Wermsdorf) war ein deutscher Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „J.C.Buxb.".
Buxbaum studierte Medizin an den Universitäten in Leipzig, Wittenberg, Jena und Leyden. Auf Empfehlung Friedrich Hoffmanns wurde er eingeladen von Peter dem Großen. Dieser stellte ihn als Botaniker an und richtete einen pharmakologischen Garten im medizinischen Kollegium St. Petersburg ein. Er wurde vom 1. September 1725 bis zum 11. August 1729 Mitglied der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften und Professor am akademischen Gymnasium.
Ab 1724 war er Arzt und Begleiter Alexander Rumjanzews in diplomatischer Mission nach Konstantinopel in die Türkei. Bei dieser Gelegenheit besuchte er Griechenland, reiste durch Kleinasien und durch die Städte Baku, Derbent und Astrachan. 1727 zurückgekehrt nach Sankt Petersburg, gab er als Professor an der Akademie botanische Vorlesungen. Während dieser Zeit führte er mehrere botanische Expeditionen in das direkte Umfeld von St. Petersburg durch und legte dabei ein Herbarium mit Pflanzen aus dem Umkreis der damaligen Hauptstadt an. 1729 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und er verließ Russland, kehrte nach Sachsen zurück, wo er verstarb.

Johann Friedrich Henckel
Johann Friedrich Henckel (auch in der Schreibweise Henkel vorkommend) (* 1. August 1678 in Merseburg; † 26. Januar 1744 in Freiberg) war deutscher Arzt, Mineraloge, Metallurg und Chemiker.
Henckel studierte ab 1698 in Jena zuerst Theologie und anschließend Medizin. Im Jahre 1709 ließ er sich in Dresden als Arzt nieder. Im Jahre 1711 promovierte er. Ab 1712 wechselte er nach Freiberg. Von 1718 bis 1723 war er dort unter anderem als Land-, Stadt-, Berg- und Hüttenphysikus tätig. Zu dieser Zeit beschäftigte er sich jedoch schon in steigendem Maße mit mineralogischen und chemischen Untersuchungen. Im Jahre 1728 wurde Henckel in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen.
Nachdem Henckel 1730 nach Dresden zurückkehrte, wurde er im Jahre 1732 zum Bergrat ernannt. Gleichzeitig erhielt er den Auftrag zur mineralogischen Landesuntersuchung.
Ab dem Jahre 1737 arbeitete er als Assessor am Freiberger Oberbergamt.
In Freiberg schuf Henckel gemeinsam mit Christlieb Ehregott Gellert die Grundlagen für eine Lehrsammlung, um damit seine minaralogisch-chemische Lehrunterweisung anschaulicher und begreifbarer zu machen. Diese Lehrsammlung ist in die heutigen Bestände der Geowissenschaftlichen Sammlungen in der Fakultät Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau der Technischen Universität Bergakademie Freiberg eingegangen.
Henckel entwickelte sich zum Experten für Tuberkulose und Bleikrankheit und gilt als einer der wichtigsten Förderer der chemischen Mineralogie Anfang des 18. Jahrhunderts.

 

Lucian Müller
Lucian Müller (* 17. März 1836 in Merseburg; † 24. April 1898 in Sankt Petersburg) war ein deutscher klassischer Philologe.
Nach dem Studium an der Humboldt-Universität in Berlin und der Universität Halle lebte er fünf Jahre in den Niederlanden, wo er seine Geschichte der klassischen Philologie in den Niederlanden (1869) schrieb. Da es ihm nicht gelang, in Deutschland eine Professur zu erhalten, nahm er 1870 die Berufung auf einen Lehrstuhl für Latinistik am Kaiserlichen Historisch-Philosophischen Institut in Sankt Petersburg an. Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, damals Student am Bonner Seminar, gab in seinen Erinnerungen 1848-1914 (Berlin 1928, S. 94) ein vernichtendes Urteil ab: „Ein Privatdozent war freilich vorhanden, der nicht gehört werden durfte, der schon damals unausstehliche Lucian Müller, dem der deutsche Boden auch bald zu heiß ward."
Müller war ein Schüler der Methoden von Richard Bentley und Karl Lachmann. Seine Abhandlung De re metrica poetarum latinorum (1861) wurde zu einem Meilenstein in der Erforschung metrischer Systeme der römischen Dichter (mit Ausnahme der Dramatiker), und seine Metrik der Griechen und Römer (2. Ausgabe 1885) blieb für lange Zeit die beste wissenschaftliche Zusammenfassung dieser Materie.

Rössig, Karl Gottlob
Rössig, Karl Gottlob, geb. 1752 in Merseburg; wurde erst Advocat u. Professor der Philosophie in Leipzig, 1793 Professor des Natur- u. Völkerrechts, 1801 Consistorialassessor u. st. 1805; er schr.: Versuch einer pragmatischen Geschichte der Ökonomie, Polizei u. Cameralwissenschaft, Lpz. 1781 ff.; Wasserpolizei zur Minderung der Schäden des Esganges u. der Wasserüberschwemmungen, ebd. 1789-98, 2 Bde.; Erste Grundsätze der Wiesenwirthschaft, des Futterbaues, der Wiesenpolizei u. des Wiesenrechts, ebd. 1792; Geschichte der Ökonomie der vorzüglichsten Länder u. Völker, ebd 1798; Beschreibung der verschiedenen Arten, Ab- u. Spielarten der Rosen, ebd. 1799, 1802; Die Rosen nach der Natur gezeichnet u. colorirt, ebd. 1801-6,8 Hefte (fortgesetzt von K. F. Waiz); Die Nelken nach ihren Arten, ebd. 1806 f., 3 Hefte; Anweisung zur Wartung u. Pflegung der Hyacinthen ebd. 1806; Versuch über den Gartenmohn, ebd. 1806; Versuch eines neuen Systems die Tulpen zu ordnen, ebd. 1807.

Orffyreus Perpetuum mobile von Merseburg oder das Besslerrad

Ein Bericht aus ...Neue Zeitungen von Gelehrten Sachen auf das Jahr 1715 vom 20. November 1715 Heft Nummer 47

Johann Bessler

Johann Ernst Elias Bessler (* 1681 in Zittau (Taufe am 6. Mai); † 30. November 1745 in Fürstenberg) war ein deutscher Erfinder zahlreicher Maschinen, die er als Perpetua Mobilia präsentierte und vorführte. Außerdem war er als Mediziner (damals genannt: „Quacksalber“) und Uhrmacher tätig. Nach den historischen Dokumenten lautete sein Nachname eigentlich „Beßler“. Sein Künstlername Orffyre (bzw. Orffyreus in seiner latinisierten Form) ergibt sich aus einer ROT13-Verschlüsselung seines Nachnamens.

Johann Ernst Elias Bessler, um 1719
„Das Mersseburgische Perpetuum Mobile! (Tafel aus: Das Triumphirende Perpetuum mobile Orffyreanum, 1719)
Ein böser Verdacht …

Leben

Vor seinem ersten öffentlichen Auftreten am 6. Juni 1712 war Bessler ein Reisender und Abenteurer, der in zahlreichen Ländern und Regionen Europas verschiedenste handwerkliche Fähigkeiten erlernte. In einem italienischen Kloster hatte er zum ersten Mal die Idee, ein Perpetuum Mobile zu bauen. In Prag machte er seine ersten Versuche, dies zusammen mit einem Rabbiner und einem Jesuiten.

Am 6. Juni 1712 präsentierte Bessler in Gera ein Rad, welches nicht mehr aufhörte, sich zu drehen, sobald es einmal in Bewegung gesetzt wurde. Es drehte sich mit 50 Drehungen pro Minute. Das Rad hatte einen Durchmesser von ca. 141,6 cm und eine Dicke von ca. 9,4 cm.[1] Die Einwohner Geras zeigten anfangs geringes Interesse an diesem „Besslerrad“ – möglicherweise wurden sie von dem eigenwilligen Charakter Besslers verwirrt und abgeschreckt. Zum Beispiel machte Bessler die Bemerkung, er habe das Geheimnis ewiger Bewegung gefunden, und falls sein Rad nicht funktionieren solle, so könne man ihm den Kopf abschlagen und diesen öffentlich zur Schau stellen.

Das anfängliche Desinteresse änderte sich jedoch, nachdem am 9. Oktober 1712 erstmals ein offizielles Zertifikat für das Besslerrad gegeben wurde. Damals nannte man das „Zertifikat“, heute würde man dazu wahrscheinlich eher etwa „notarielle Beglaubigung“ oder „amtliche Bestätigung“ sagen. Wie bei allen für das Besslerrad gegebenen Zertifikaten wurde allerdings der Antriebsmechanismus nicht näher beschrieben. Bestätigt wurde lediglich, dass von außen keine Energie hinzukommen konnte und dass sich das Rad trotzdem unaufhörlich drehte. Bessler bot seine Erfindung für 100.000 Thaler an, was für die damalige Zeit eine sehr hohe Summe war.

Bessler zog im Jahre 1713 nach Draschwitz bei Leipzig, wo er ein noch größeres Rad baute (nach Zerstörung des alten), das auch Arbeit verrichten konnte. Inzwischen war die Aufmerksamkeit sehr groß geworden, so dass auch drei Gegner Besslers (Gärtner, Borlach und Wagner) Flugblätter verteilten, in denen behauptet wurde, Besslers Rad sei eine Fälschung (siehe Abbildung rechts). Daraufhin zerstörte Bessler sein Rad.

Später baute er in Merseburg ein neues Rad. Weil die Aufmerksamkeit nun noch größer wurde, ordnete der damalige Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Merseburg an, am 31. Oktober 1715 das Rad erneut zu inspizieren. Wieder wurde ein Zertifikat gegeben, das allerdings nach demselben Muster wie das erste aufgebaut war. Das besondere an diesem Merseburger Rad war, dass es sich, obwohl es etwas langsamer war als seine Vorgänger und zum Start angetrieben werden musste, in beide Richtungen bewegen konnte. Dies war bei seinem ersten Rad nicht möglich.

Bessler weckte das Interesse des naturwissenschaftlich interessierten Landgrafen Karl. Dieser bot Bessler an, ihn in seinem Schloss aufzunehmen und für sämtliche Lebenshaltungskosten Besslers aufzukommen. Als Gegenleistung durfte der Landgraf das Geheimnis des Rades erfahren, wobei er dieses niemandem verraten durfte.

Am 2. November 1717 wurde ein rotierendes Besslerrad in der Schloss Weißenstein bei Kassel (das spätere Schloss Wilhelmshöhe) auf Betreiben des damaligen Landgrafen Karl von Hessen-Kassel (1670–1730) in einen Raum eingeschlossen. Der Raum, in dem sich das rotierende Rad befand, wurde versiegelt, so dass ihn niemand betreten konnte. Als am 4. Januar 1718 das Siegel gebrochen wurde und so nach 54 Tagen der Raum wieder betreten wurde, rotierte das Rad noch immer. Niemand hatte in der Zwischenzeit Zugang zum Raum. Dieser Versuch fand auf Basis einer Wette zwischen Gärtner und Bessler um 10.000 Thaler statt, deren Inhalt das Rad war: Gärtner verlangte einen vierwöchigen Dauertest, bei dem absolut sichergestellt sein müsse, dass das Rad keiner äußeren Energie ausgesetzt war. Nach der verlorenen Wette musste Gärtner Bessler die Wettsumme bezahlen.

Im Laufe der folgenden Jahre wurde das Besslerrad immer wieder inspiziert. Viele namhafte Personen ihrer Zeit untersuchten es, jedoch immer von außen, und immer wurde nur überprüft, ob von außen irgendwie versteckt eine Energie hinzugefügt wurde – was nie der Fall zu sein schien. Am bekanntesten dürften Leibniz und ’s Gravesande sein, die beide am 31. Oktober 1715 das Rad inspizierten.

Als jedoch der damals sehr renommierte niederländische Mathematik- und Physikprofessor Willem Jacob 's Gravesande die Achse dort untersuchen wollte, wo das Antriebssystem versteckt war, zerstörte Bessler sein Rad in einem Wutanfall.

Bessler hatte zeit seines Lebens große psychische Probleme.

Da Besslers Rad berühmt wurde, wollten zwei Interessenten das Rad zum verlangten Preis kaufen. Zunächst der russische Zar Peter der Große, der aber im Jahre 1725 starb, bevor er das Rad sehen konnte, was für ihn eine Bedingung für den Kauf war. Der andere Interessent war die Royal Society of London. Dieser Kauf scheiterte an Bessler selbst, da er mit dem Verkaufsmodus nicht einverstanden war, dass das Geld zuerst dem Landgrafen übergeben werden sollte und erst nach einer Erklärung des Antriebsmechanismus durch ’s Gravesande an ihn.

Bessler und sein Rad gerieten in Vergessenheit, bis eine ehemalige Magd Besslers, Anne Rosine Mauersberger, am 28. November 1727 den Behörden mitteilte, dass das Besslerrad ein Betrug sei. Diese Anschuldigungen wurden jedoch seitens des Gerichts abgewiesen, da Mauersberger sich in Widersprüche verstrickte. ’s Gravesande war auf der Seite Besslers: Er gab an, dass der Erfinder zwar einige psychische Probleme hätte, aber unabhängig davon funktioniere das Rad.

Im Jahre 1727 kündigte Bessler zum letzten Mal den Bau eines Rades an, weil ’s Gravesande versprach, es nochmals inspizieren zu wollen. Es ist bis heute unklar, ob eine solche Untersuchung stattfand. 1730 starb der Landgraf Prinz Karl, so dass Bessler nun keinen Schutz mehr hatte, außer von dessen Sohn. Am 1. Mai 1733 vernichtete Bessler die wichtigsten Aufzeichnungen zur Konstruktion des Rades. 1738 kündigte Bessler weitere Erfindungen an: Unterseeboote, von der Windrichtung unabhängige Windmühlen und selbsttätig spielende Orgeln.

Gegen Ende seines Lebens gründete Bessler eine Glaubensgemeinschaft, den Bund der sogenannten „Orffreaner“, dessen Hauptziel unter anderem die Wiedervereinigung der Katholiken und der Protestanten war. Soweit heute feststellbar lässt sich diese religiöse Bewegung nicht mit seinem Rad in Verbindung bringen. 1745 starb Bessler durch den Sturz von einer Windmühle. Er nahm sein Geheimnis mit ins Grab, hinterließ aber 143 technische Skizzen, die seine Witwe nach seinem Tod veröffentlichte.

Die Zeit nach Bessler

Nach dem Tod des Erfinders dauerte es 36 Jahre, bis ein Historiker die Geschichte um Bessler wieder in die allgemeine Erinnerung zurückführte. Als Hauptquelle diente damals allerdings die Anschuldigung von Besslers ehemaliger Magd. Im deutschsprachigen Raum ist Bessler weitgehend unbekannt, im Gegensatz zum englischsprachigen Raum, Dänemark und den Beneluxländern.

Das Besslerrad

Angesichts der Tatsache, dass dieses Rad fundamentalen physikalischen Gesetzen widerspricht, muss man den logischen Schluss ziehen, dass das Besslerrad ein sehr gut versteckter Betrug war, den niemand zu entdecken vermochte, oder aber, dass Bessler tatsächlich eine bis heute unbekannte Antriebsform gefunden hat. Bessler selbst gab im Jahre 1719 auf den Seiten 19–21 sowie 74–76 seines Buches Das Triumphirende Perpetuum mobile Orffyreanum Hinweise, wie das Rad funktionierte. Hierbei bezog er sich auf die Gravitation. Nachfolgend diese zwei Abschriften aus Besslers Werk Das Triumphirende Perpetuum mobile Orffyreanum. Die Abschriften wurden teilweise der heutigen Schreibweise, nicht aber der heutigen Ausdrucksweise angepasst:

„Die innerliche Struktur dieses Tympani oder Rades ist von so einer Beschaffenheit, nach welcher etliche ad legus motus mechanici, perpetui a priori, id est scientifice demonstrabilis disponierte Gewichte dasselbe nach empfangener einmaliger Rotation, oder nach einmal imprimierter Force des Schwunges unaufhörlich kontinuieren müssen, so lange nämlich die ganze Struktur ihr esse behält ohne einige fernere Beihilfe oder Zutun äußerlicher Bewegungskräfte, welche einer Resubstitution nötig hätten. Dergleichen andern Automatis als Uhrwerken, Federn und angehängte oder aufzuziehenden Gewichte etwa gefunden werden. Denn diese meine Überwicht ist nicht also angehängt, noch extra Mechanismum, oder nur zu konfiderieren, wie äußerliche Moventia, die da vermittelst ihrer Schwere den Motum oder Umwalzung kontinuieren müssen, so lange es die Schnuren oder Ketten, woran sie hängen, permittieren: Sondern es sind diese Gewichte selbst das Perpetuum Mobile, oder partes essentiales & constitutive desselben, welche ihren vom Motu universi bekommene vim & nisum progrediendi in ihnen selbst haben und unendlich exerzieren müssen (so lange sie nämlich außer dem Centro gravio bleiben) nachdem sie in ein solches Gehäuse, oder Gerüste eingeschlossen und gegeneinander koordinieret werden, daß sie nicht nur vor sich nimmermehr ein Äquilibrum oder puntus quietis erreichen, sondern dasselbe unaufhörlich suchen und anbei in ihrer bewundernswürdigen Flucht nach Proportion sowohl eigener als ihres Gehäuses Größe, noch andere von außen an die Welle oder Axin ihres Vorticis verticalis applicierte Lasten mitbewegen und treiben müssen.“

Johann Bessler: Das Triumphirende Perpetuum mobile Orffyreanum S. 19-21 (Schreibweise modernisiert)

„Das sans reprise aber exprimieret so viel, daß es kein Uhrwerk sei, welche durch aufzuziehende Federn (elateres) oder Gewichte es seie so lange es wolle, getrieben werden müsse, wie oben allbereits gnugsam erkläret worden; Denn solche Maschinen, welche durch Wind, Wesser, aufzuziehende Gewichte und Federn (sollte es auch viel Jahr aneinander geschehen können getrieben werden, haben das Pricipium motus nicht in, sondern extra se, sind auch nicht per se mobiles, oder moventes, sondern, sondern per accidens: dergestalt und also, daß der Motus nicht denen Maschinis selbst, sondern ihren accidenti eigen ist und bei Ermangelung desselben die Maschine selbst, geschweige, daß sie einen Staub bewegen sollten. Weswegen sie auch anders nicht abusive perpertuo mobiles genannt werden können, weil nur ihr moves accidentale ein solches ist, eben wie ich bei meinem Werke die angehängte Wasserschnecke, Stampfen und Steinkasten ein solches nennen sollte. Weil sie von der oben beschriebenen Causa besagter Massen getrieben werden, quod durantem materiam. Da hingegen in meinem Werke der Motus oder die Kraft sich bewegen und etwas treiben zu können formam Maschine ausmachet, sondern welcher das Gerüste mehr nichts als ein anderer Haufen Materie ist und ihre ganze Crasin verloren hat. Die Aufhaltung, oder Hemmung aber der Maschine, welche durch übermäßige äußere Gewalt geschiehet, ist ein Accidens morale, wenn man nämlich die Maschine zu ihrem längern Konservation ohne Not nicht will laufen lassen“

Johann Bessler: Das Triumphirende Perpetuum mobile Orffyreanum S. 74–76 (Schreibweise modernisiert)

Bessler selbst beschrieb die Funktionsweise mit vier Pfund (≈ 2 kg) schweren, zylindrischen Gewichten, wobei immer zwei Gewichte paarweise gewirkt haben sollen und so das Rad ständig im Ungleichgewichtszustand gewesen sein soll. Letztlich hat Bessler sein Geheimnis mit ins Grab genommen, die exakte Funktionsweise des Besslerrades bleibt unbekannt.

aus wiki.2014

Ernst Ludwig August von Rebeur-Paschwitz

Ernst Ludwig August von Rebeur-Paschwitz (* 9. August 1861 in Frankfurt (Oder); † 1. Oktober 1895 in Merseburg) war ein deutscher Astronom und Geophysiker.

Ernst von Rebeur-Paschwitz, Sohn eines Regierungs-Assessors und späteren Regierungspräsidenten, studierte nach seinem Abitur Astronomie und Mathematik zunächst in Leipzig, später in Genf und Berlin. Er promovierte 1883 in Berlin mit einer Arbeit „Über die Bewegung von Kometen in widerstehenden Medien“ und befasste sich insbesondere mit sonnennahen Kometen.

Er arbeitete anschließend an den Observatorien in Berlin und in Karlsruhe, wo er mit der Beobachtung der Sonne beschäftigt war, musste jedoch 1888 seine Assistentenstelle wegen seiner Erkrankung an Tuberkulose aufgeben. 1889 erlangte er in Halle die Habilitation für das Fach Astronomie. Es folgte ein längerer Aufenthalt auf Teneriffa, die von Rebeur-Paschwitz zu einer weiteren Beobachtungsreihe nutzte. Die erhoffte Genesung blieb jedoch aus.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war die Verbesserung eines Horizontalpendels, das eigentlich für die Messung von Lotrichtungsänderungen durch den Einfluss astronomischer Körper konstruiert war. Eines dieser Horizontalpendel stand in Potsdam, wo Ernst von Rebeur-Paschwitz 1889 die Bodenbewegung eines in Japan aufgetretenen Erdbebens aufzeichnen konnte. Dies war die erste Registrierung eines Fernbebens überhaupt, so dass von Rebeur-Paschwitz als einer der Väter der modernen Seismologie betrachtet werden kann. Eine weitere Fernbebenregistrierung gelang ihm drei Jahre später in Straßburg.

Trotz schwerer Tuberkulose und seiner sich weiter verschlechternden Gesundheit gelang es ihm, die Ergebnisse seiner Beobachtungsreihen zu veröffentlichen. Die letzten Jahre verbrachte Ernst von Rebeur-Paschwitz im Hause seiner Eltern, wo er bis zu seinem Tod gepflegt wurde.

In ehrvollem Andenken an die Entdeckung und Leistung des jung verstorbenen Forschers verleiht die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft den Rebeur-Paschwitz-Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Geophysik.