Ernst Brotuff

Thietmar von Merseburg

 

Thietmar (* 25. Juli 975; † 1. Dezember 1018 vermutlich in Merseburg; auch Dietmar oder Dithmar), war Bischof von Merseburg und ein Geschichtsschreiber in der Zeit der Ottonen. Seine Chronik gilt als eine der wichtigsten Quellen für die Geschichte des ostfränkisch-deutschen Reiches um die Jahrtausendwende.

Thietmar entstammte dem angesehenen Hause der Grafen von Walbeck, dessen Stammsitz in der Nähe von Helmstedt lag. Sein Urgroßvater Liuthar ist 929 bei Lenzen im Kampf gegen die Liutizen gefallen. Sein gleichnamiger Sohn vermählte sich mit Mathilde aus dem Hause der Thüringer. Liuthar war Anhänger von Heinrichs I. jüngeren Sohn Heinrich und beteiligte sich 941 an einer Verschwörung gegen Otto I. 954 ist er gestorben. Sein ältester Sohn Liuthar erhielt in einen Ausgleich mit Otto III. die sächsische Nordmark. Sein ältester Burder war Graf Siegfried von Walbeck und Thietmars Vater. Graf Siegfried vermählte sich etwa 972/73 mit Kunigunde aus dem Hause der Grafen von Stade. Thietmar wurde nach eigener Angabe am 25. Juli 975 geboren. Von Bischof Hildeward von Halberstadt wurde Thietmar getauft und gefirmt. Thietmar erhielt seine erste Erziehung im Stift St. Servatius in Quedlinburg bei seines Vaters Tante Emnilde. 987 wurde er von Graf Siegfried im Kloster Berge gebracht. Am 1. November 990 wurde er in das Magdeburger Stift aufgenommen. An der Domschule erhielt er zeitweise gemeinsam mit seinem Verwandten Brun von Querfurt seine Ausbildung. In dieser Zeit konnte er sich eine gute Bildung aneignen, von der seine Belesenheit in kirchlichen und weltlichen Schriften zeugt. Doch verarbeitete Thietmar - anders als noch die ältere Forschung annahm - weniger Schriften der Kirchenväter oder frühmittellaterlicher Autoren. Augustinus ist allenfalls in Thietmars Chronik mit zwei Sentenzen vertreten. Häufiger verwendete Thietmar klassische Autoren wie Vergil, Horaz, Lucan und den Vergil-Kommentator Macrobius. Nach Helmut Lippelt entwickelte Thietmar in seiner Magdeburger Zeit neben seiner Soldarität mit seiner Familie und seinen Adelsbewusstsein eine Solidarität mit den geistlichen Amtsbrüdern und dem ottonischen Reichsepiskopat.

Thietmars Kontakt zum Kaiserhof dürfte unter Otto III. nur sporadisch gewesen sein. 986 dürfte er als Elfjähriger den Hoftag in Quedlinburg des erst sechsjährigen Otto miterlebt haben. Möglicherweise ist Otto Thietmar auch auf seiner Hin- und Rückreise nach Gnesen begegnet. Erbstreitigkeiten nach dem Tod von Thietmars Vater und Großmutter wurden mit Hilfe des Kaisers zu Gunsten von Thietmars Mutter entschieden. Beim Tod seiner Mutter (997) erbte Thietmar beträchtlichen Besitz. Thietmar nennt Höfe in Heeslingen bei Stade, in Rottmersleben bei Magdeburg, in Eisdorf bei Leipzig. und die Hälfte des Familienstiftes Walbeck. 1002 wurde Thietmar Propst des von seinem Großvater gestifteten Kloster Walbeck. Am 21 Dezember 1004 empfing er von Erzbischof Tagino die Priesterweihe. Nach dem Tod des Merseburger Bischofs Wigbert erhielt Thietmar 1009 schließlich auf Fürsprache Taginos das Bistum Merseburg, das Heinrich II. 1004 wieder hergestellt hatte. Nach seiner Erhebung zum Bischof bemühte Thitemar sich darum, das 981 aufgelöste Merseburger Bistum in vollem Umfang wiederherzustellen. Dabei schreckte Thietmar selbst vor Urkundenfälschung nicht zurück. Trotz zahlreicher ungetaufter Slawen in einer Diözese hat Thietmar sich wohl kaum in der Mission hervorgetan. Für Thiemtar erschien der servitium regis gegenüber dem König selbstverständlich. Doch zählte er nicht zu den politisch ausschlaggebenden Bischöfen. Sein Tätigkeitsbereich blieb, abgesehen von wenigen Reisen nach Süddeutschland und in die Rheingebiete, auf den Umkreis von Magdeburg und Merseburg beschränkt. An den Italienzügen von Otto III. und Heinrich II. nahm er nicht teil. Thietmar starb am 1. Dezember 1018 und wurde im Merseburger Dom beigesetzt.

Quelle: Wiki 2010

 

Die Chronik des Thietmar

Thietmar schrieb zwischen 1012 und 1018 eine Chronik in acht Büchern, die die Geschichte von 908 bis 1018 umfasst. Mit seiner Chronik beabsichtigte er „die Geschichte der Stadt Merseburg" (Merseburgensis series civitatis) und die „Lebenswege und Taten der frommen Könige Sachsens" (Saxonie regum vitam moresque piorum) zu schildern. Beides ist für Thietmar eng miteinander verknüpft. Heinrich I. hatte die Grundlagen für die Stadt Merseburg geschaffen und sie mit einer Mauer umgeben. Otto I. hatte das Bistum gegründet, sein Sohn Otto II. hatte es wieder aufgehoben. Otto III. unternahm die ersten Versuche es wieder einzurichten, die dann unter Heinrich II. Erfolg hatten. Die ersten vier Bücher widmen sich dabei je einem König (Heinrich I., Otto I., II. und III.), die letzten vier bieten die Geschichte unter Heinrich II. bis zu Thietmars Todesjahr 1018.

Als Quellen verwertete Thietmar vor allem Widukind von Corvey. Urkunden standen ihm für Merseburg, Magdeburg und Walbeck zur Verfügung. Von den Quedlinburger Annalen lag Thietmar eine bis 998 reichende Abschrift vorlag. Ebenfalls wurde für die Chronik das Merseburger Totenbuch, aber auch eigene Erlebnisse herangezogen. An die Geschichte Merseburgs, Sachsens, Polens, der sorbischen Gebiete zwischen Elbe und Oder und der Kriege mit slawischen Stämmen östlich der Elbe sowie zwischen Heinrich II. und Bolesław Chrobry schließen wertvolle Mitteilungen zur Reichsgeschichte an. Thietmar ist über die Vorkommnisse seiner Zeit gut unterrichtet, oftmals sehr detailliert und anschaulich in der Darstellung; die drei letzten Bücher der Chronik (1014-18) sind fast wie ein Tagebuch. Für die Zeit Ottos III. und insbesondere Heinrichs II. gewinnt die Chronik geradezu den „Charakter einer Leitüberlieferung" Seine Chronik dient bis heute als Hauptquelle für Untersuchungen zur Verfassung, Gesellschaft und Mentalität der späten Ottonenzeit. Seine Chronik wird besonders für Bischofswahlen, zum Eherecht, zu Herrschaftsritaueln, zu Konflikten zwischen Adel und König, zum Frauenbild, zu Kulturkontakten zwischen Deutschen und Slawen um 1000 oder zum Dortmunder Gebetsbund herangezogen.

Beurteilungen der Herrscher

Die Bedeutung von Aufhebung und Wiedereinrichtung des Bistums Merseburg ist eine besonders wichtige Perspektive unter der Thietmar die Ereignisse und die Leistung der Herrscher bemisst.

Heinrich I.

Der Bericht über den zeitlich stark entrückten ersten ottonischen Herrscher stellt „ein Sammelbecken verschiedener Traditionen", die „als ein Ort des Durchgangs und der Fixierung von Erinnerungen auf dem Weg der Umformung in Legende und Sage" anzusehen sind.[14] Für Thietmar war Heinrich eine „problematische Gestalt". Kritisch wurde die Scheidung von Heinrichs Frau Hatheburg, die Salbungsablehnung und sein ungezügeltes Sexualleben kristiert. Trotzdem wird Heinrichs Herrschaft voll bejaht, da er der eigentliche Gründer Merseburgs war und der Begründer der ottonischen Dynastie.

Otto I.

Otto der Große ist für Thietmar in vielfältiger Hinsicht Vorbild für die eigene Zeit.

Otto II.

Die Aufhebung des Bistums Merseburg wirft einen dunklen Schatten auf die Herrschaft Ottos II. Lippelt konnte jedoch zeigen, dass Thietmar um eine differenzierte Würdigung Ottos bemüht ist und die Schuld an der Aufhebung des Bistums besonders dem nach Magdeburg transferierten Bischof Giselher anlastete.

Otto III.

Das Buch zur Herrschaft Ottos III. ist kein preisender Prolog vorangestellt. Dies könnte möglicherweise mit der Aufhebung des Bistums Merseburg in Zusammenhang stehen. Als erste wichtige Leistung wird Otto III. der Einsatz für die Wiedereinrichtung Merseburgs angerechnet. Der frühe Tod Ottos wird als göttliche Strafe für alle Menschen gedeutet.

Heinrich II

Die Wiederienrichtung des Bistums Merseburg wurde Heinrich hoch angerechnet. Heinrich sit für Theitmar ebenfalls der Überwinder des jahrzehnetlangen Zwistes zwischen den Nachkommen Ottos I. und den Nachkommen seines Bruders Heinrichs. Doch blieb Heinrich auch von Kritik nicht verschont, wenn er gegen Thietmars Familie, gegen den Episkopat oder egen die Klöster Entscheidungen traf.

Sorge um die Memoria

Als Hauptmotiv, das Thietmar zum schreiben (causa scribendi) seiner Chronik trieb, identifizierte Helmut Lippelt die persönliche Verpflichtung zur Memoria, bei der Thietmar in großem Ausmaß und hoher Intensität seine Gedenkverpflichtungen in seine Chronik einbrachte. Lippelt konnte zeigen, dass die über das ganze Werk verstreuten Selbstanklagen im Kontext der Memoria zu betrachten sind. In den intensiven Forschungen zur mittelalterlichen Memoria ist Thiemras Sorge um ein angemessenes Gebetsgedenken als Hauptmotiv zum Schreiben bekräftigt worden. Nach Ernst Schubert ging es Thietmar „nicht um einen Geschichtsbericht, sondern auch um die eigene 'Memoria', um das Totengedenken Thietmars Bemühung um die Memoria der Personen, denen er verpflichtet war, entsprach seiner Sorge um die eigene, denn indem er sich um die Memoria der Verstorbenen bemühte, erfüllte er eine Verpflichtung und konnte hoffen, dass auch andere ihre entsprechende Verpflichtung ihm gegenüber erfüllen. Die Memorialnotiz kann von der bloßen Erwähnung des Verstorbenen bis zum Nekrolog reichen. In welch hohen Ausmaß sich Thietmars Verpflichtung zum Gedenken an die Verstorbenen niedergeschlagen hatte, konnte Gerd Althoff an einen Vergleich der Chronik mit dem Merseburger Nekrolog zeigen. Auffällige Parallelen zwischen der Chronik und dem Merseburger Nekrolog bestanden in der Würdigung der Verwandten des Bischofs, seiner Magdeburger confratres und seiner bischöflichen Amtsbrüder. Nach Althoff beschränkt sich die Memoria dabei auf „Personen, zu denen er in besondere persönliche Beziehung getreten war. Ihnen widmete er eine Memorie, deren Intention zweifelsohne nicht der irdische Nachruhm, sondern die Ableistung von Gebetsverpflichtungen war."]

Textüberlieferung

Die Chronik Thietmars ist in ihrem Originalcodex erhalten. Sie wurde von acht Schreibern niedergeschrieben, wobei Thietmar ihre Arbeit ständig kontrollierte, eigenhändige Verbesserungen anbrachte und selbstständig die Arbeit fortsetzt.]Von 1091 bis 1570 befand sich der Codex der Chronik im Kloster St. Peter und gelangte 1570 nach Dresden. Bei der Bombardierung Dresdens 1945 wurde der Text so stark beschädigt, dass nur wenige Seiten unversehrt blieben. Glücklicherweise wurde jedoch bereits 1905 ein hochwertiges Faksimile angefertigt.

Eine Überlieferung der Chronik in der sogenannten Brüsseler Handschrift ist wohl eine von Thietmar selbst überarbeitete Fassung, die über das Jesuitenkolleg Paderborn nach Antwerpen und von da nach Brüssel gelangte. Diese enthält außerdem eine Interpolation aus dem Kloster Corvey.

Forschungsgeschichte

Die zentrale Bedeutung von Thietmars Chronik führte seit den 1950er Jahren zu gründlichen Nachforschungen. Insbesondere das Wissen über Thietmars Vorstellungswelt und der Überlieferung und Rezeption des Werkes sind deutlicher erkannt worden. Grundlegend für die heutige Thietmar-Forschung wurde die Dissertation von Helmut Lippelt aus dem Jahr 1973. Lippelt versuchte Thietmars Anschauungen aus seinen Werdegang vom sächsischen Grafensohn bis zum Reichsbischof zu erklären. Die Ausführungen zur Geschichte der Walbecker Grafen, Thietmars Schulbildung, sein geistlicher Werdegang und zu seiner Rekuperationspolitik als Merseburger Bischof haben bis heute Bestand. Umstritten sind mittlerweile Lippelts Ausführungen zur adligen Kirchenherrschaft und zum „germanischen" Eigenkirchenwesen, zum „ottonischen Reichskirchensystem" und zur „ottonischen Hausüberlieferung".

Quelle: Wiki 2010

 

Walter Saal

* 29.01.1913 in Merseburg
† 30.11.1996
Lebensdaten: Beruf Vermessungswerker und Baumeister

Studium zum Vermessungs- und Tiefbauingenieur an verschiedenen Staatsbauschulen.
Tätigkeit Nach der Rückkehr aus Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft Bauleiter in Merseburg und in den Bunawerken.
ab 1952 Ehrenamtlicher Kreisbodendenkmalpfleger im Kreis Merseburg
1960 Vertrauensmann für Denkmalpflege für den Kreis Merseburg
1994 Am 28. November in Essen Auszeichnung mit der "Silbernen Halbkugel" dem "Deutschen Preis für Denkmalschutz" des "Deutschen Komitees für Denkmalschutz", für sein jahrzehntelanges Wirken als Denkmalschützer.
Der Nachlass von Walter Saal wird vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Bereich Archäologie in Halle verwaltet.

Hauptverdienste: Walter Saal beschäftigte sich viele Jahre intensiv mit der Geschichte seiner Heimat Sachsen-Anhalt. Vorrangig forschte er im durch dem Braunkohleabbau gefährdetem Gebiet des Geiseltal. Der Baumeister nannte besonders die baugeschichtlichen Forschungen als sein Steckenpferd. Hinzu weckten Steinkreuze und Kreuzsteine sein Interesse. Er zog volkskundliche Aspekte zu seiner Arbeit hinzu und als Ergebnis aus den Forschungen in Baugeschichte und Volkskunde erschien 1992 das Buch "Steinkreuzsagen aus Sachsen-Anhalt".
Hauptsächlich forschte er in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg, aber auch den Kreuzstein in Oberlauter bei Coburg (Oberfranken) besuchte er in der Zeit der Teilung Deutschlands. Einige seiner Artikel wurden zu dieser Zeit in der Zeitschrift "Steinkreuzforschung" aus Regensburg und anderen westdeutschen Ausgaben veröffentlicht. So wurden die westdeutschen Steinkreuzfreunde über den Stand der Forschung und des Denkmalschutzes der Kleindenkmale auf dem Gebiet der ehemaligen DDR informiert.

Publikationen: 1952 Jahresschrift für Mitteldeutsche Vorgeschichte, 36 Jg., S.149-163. Verzeichnis der Steinkreuze des Landes Sachsen-Anhalt. Teil 1: Südteil (Ehemaliger Regierungsbezirk Merseburg).

1952 Jahresschrift für Mitteldeutsche Vorgeschichte, 36 Jg., S.164-168 und Tafel XXIX. Der Himmel von Zscheiplitz an der Unstrut. Ein Beitrag zur Lösung der Steinkreuzfrage in Mitteldeutschland.
1954 Jahresschrift für Mitteldeutsche Vorgeschichte, 38 Jg., S.255-264. Verzeichnis der Steinkreuze des ehemaligen Landes Sachsen-Anhalt. Teil 2: Nachtrag zum Teil 1 und Nordteil (ehemaliger Regierungsbezirk Magdeburg und Anhalt).
1956 Hallesche Monatshefte. 3. Jg. Nr. 6, S.245-249. Das Böllberger Müllergrab.
1957 Der Bär. Heimathefte für Stadt und Land Bernburg. 2. Jg., S.64-67. Von alten Steinkreuzen im Bernburger Land und ihre Sagen
1957 Roland. Kulturspiegel für den Kreis Haldensleben. 2. Jg., S.179-181. Steinkreuze und Kreuzsteine.
1959 Unser Merseburger Land. Zeitschrift für Heimatgeschichte und Kultur des Merseburger Kreisgebietes. 5. Jg., Nr. 1, S.6-14. Steinkreuze in Sachsen-Anhalt aus dem Bauernkrieg 1525.
1959 Weißenfelser Heimatbote. Weißenfelser Zeitschrift für Heimatgeschichte und Kultur. 5. Jg., S.195-199. Steinkreuze im Kreis Weißenfels.
1960 Zeitzer Heimat. Blätter aus der Geschichte und dem Kulturleben des Kreise Zeitz. 7. Jg. Nr. 4, S.84-86 und Nr. 5, S.98-100. Steinkreuze im Zeitzer Land.
1964/65 Mitteilungen der Bezirksfachausschüsse für Ur- und Frühgeschichte der Bezirke Halle und Magdeburg. Heft 1 (1964). S.20-21 und Heft 2 (1965), S.12-18. Das Alter der mitteldeutschen Steinkreuze (Mord- und Sühnekreuze).
1967 Forschungen und Fortschritte. Nachrichtenblatt der deutschen Wissenschaft und Technik. 41. Jg., 1967, Nr. 5, S.140-143. Zur Entwicklungsgeschichte der mitteldeutschen Steinkreuze.
1968 Ausgrabungen und Funde. 13. Jg., Nr. 5, S.272-275. Der "Sammelstein" bei Reichenbach, Kr. Saalfeld.
1968 Jahrbuch der Coburger Landesstiftung. 13. Jg., S.69-78. Der Kreuzstein von Unterlauter. Auch in: Lautertaler Heimatgeschichte, 2. Jg. 1973, Nr. 6, S.124-130.
1969 Rudolstädter Heimathefte. 15. Jg., H. 1/2, S.33-39. Der Sammelstein bei Reichenbach in der Rudolstädter Heide.
1969 Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst. Bd. 21, S. 359-362. Die Entstehungszeit des Bildstockes von Hopferstadt
1970 Ausgrabungen und Funde. 15. Jg. Nr. 6, S.291-295. Zum Stand der Steinkreuzforschung und -erfassung auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Rebuplik.
1971 Veröffentlichungen des Museums für Ur- und Frühgeschichte Potsdam. 6. Jg., S.147-149. Das Steinkreuz von Axien, Kr. Jessen.
1971 Eichsfelder Heimathefte. 11. Jg., Nr. 3, S.255-257. Ein Grabsteinkreuz aus dem späten 16. Jahrhunderts in Großburschla an der Werra.
1975 Ausgrabungen und Funde. 20. Jg., Nr. 1, S.55-58. Steinkreuze aus dem Bauernkrieg.
1975 Sächsische Heimatblätter. Bd. 21., Nr. 5, S.223-224. Bräuche um das Sühnen von Totschlägern im Mittelalter.
1977 Ausgrabungen und Funde. 22. Jg., Nr. 4, S.191-193. Das Steinkreuz von Ossmannstedt, Kr. Apolda. Eine Ergänzung.
1979 Greifswald-Stralsunder Jahrbuch. Bd. 12, S.7-12. Das Horn auf dem Bildstein von Altenkirchen (Rügen).
1979 Beiträge zur Flur- und Kleindenkmalforschung in der Oberpfalz. 2. Jg., S.55-61. Zum Stand der Steinkreuzforschung in der DDR.
1980 Denkmalpflege in der Deutschen Demokratischen Republik. 7. Jg., Heft 7, S.68-72. Zur Erforschung der Flurdenkmale in der DDR.
1980 Urgeschichte und Heimatforschung. 18. Jg. S.54-60. Das Duell im Mordgarten am Freudenthal. Ein Beitrag zur Steinkreuzproblematik.
1981 Rudolstädter Heimathefte. 27. Jg., Heft 7/8, S.149-153. Steinerne Flurdenkmale als Territorialgrenzen.
1981 Rudolstädter Heimathefte. 27. Jg., Heft 9/10, S.188-190.Gedanken am und zum Spaaler Steinkreuz.
1981 Steinkreuzforschung. Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Reihe B, Sammelbände. Nr. 1, S.19-21. Das jüngste Mordkreuz auf dem Gebiet der DDR.
1982 Steinkreuzforschung. Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Reihe B, Sammelbände. Nr. 4, S.30-35. Beischlagsteine und ihre Beziehungen zu Grabkreuzen und Sühnezeichen.
1982 Jahresschrift des Kreismuseums Haldensleben. 23. Jg., S.14-24. Die Steinkreuze und Kreuzsteine des Kreises Haldensleben.
1983 Steinkreuzforschung. Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Reihe B, Sammelbände. Nr. 6, S.33-37. Das Duell im Mordgarten am Freudenthal.
1986 Steinkreuzforschung. Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Reihe B, Sammelbände. Nr. 12, S.57-60. Das Steinkreuz von Haina (Thüringen).
1987 Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Magdeburg. Hrsg. vom Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Katalog). Mit 12 Tafeln und einer Karte.
1989 Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Halle. Hrsg. vom Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Katalog). Mit 32 Tafeln und einer Karte.
1989 Göttinger Jahrbuch. Bd. 37, S.43-50. Versuch zur Deutung und Datierung des Willehelm-Kreuzes (Markuskreuz) aus dem Papenbusch.
1990 Jahrbuch der Coburger Landesstiftung. 35. Jg. 1990, S.155-164. Der Kreuzstein von Unterlauter. Zur Ikonographie der Kreuzseite.
1990 Steinkreuzforschung. Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Reihe B, Sammelbände. NF., Bd. 2, Nr. 17, S.78-81. Das Böllberger "Müllergrab" (Halle/Saale).
1991 Steinkreuzforschung. Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Reihe B, Sammelbände. Nr. 18. Die drei slawischen Bildsteine Vorpommerns. Kirche von Altenkirchen (Rügen), Marienkirche Bergen (Rügen), Stolpe-Grüttow
1992 Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift. Bd. 33, Heft 1, S.35-44. Versuch zur Entwicklung einer Entstehungsgeschichte der mitteldeutschen Steinkreuze.
1992 Steinkreuzforschung. Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Reihe A, Monographieband Nr. 7. Steinkreuzsagen aus Sachsen-Anhalt.
1993 Sachsen-Anhalt-Journal. Bd.1, Nr. 3, S.16-17. Steinkreuze - Zeugen alten Volksrechts.
1994 Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift. Bd. 35, Heft 3, S.468-474. Die vier Südthüringer Docken.
1994 Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift. Bd. 35, Heft 4, S.638-651. Zwischen Glaube und Recht.
1995 Ausgrabungen und Funde. 40 Jg., Nr. 4, S.220-220. Ein teurer Totschlag. Totschlagsühne des 15. Jahrhunderts aus dem mittleren Saaletal.

Nicht berücksichtigt bei der Auswertung sind Tageszeitungen und deren Beilagen und Wochenschriften, in diesen befinden sich noch eine Vielzahl von Artikeln von Walter Saal zu Steinkreuzen und verwanden Kleindenkmalen.


________________________________________

Die feierliche Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz
Der deutsche Preis für Denkmalschutz wurde 1977 vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz gestiftet und erstmals 1978 vergeben. Der Deutsche Preis für Denkmalschutz ist die höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet in der Bundesrepublik Deutschland. Preisträger 1994 war u.a. ein bekannter Steinkreuzforscher, der auch zahlreiche Artikel in der Zeitschrift "Steinkreuzforschung" publizierte und im Rahmen der Monographienreihe die "Steinkreuzsagen aus Sachsen-Anhalt" (1992) veröffentlichte: WALTER SAAL.
In der Laudatio heißt es unter anderem: "Walter Saal, von Beruf Baumeister, Autodidakt als Archäologe und Historiker, hat sich für die Rettung und wissenschaftliche Bewahrung der Bau- und Bodendenkmale des Merseburger Landes unermüdlich und länger als sechzig Jahre eingesetzt. Schon 1932 begann er sich intensiv mit der Erforschung von Kreuzsteinen und Steinkreuzen zu beschäftigen, ein Gegenstand, der ihn bis heute nicht losgelassen hat. Viele Jahrzehnte lang, wie auch jetzt wieder, arbeitete er ehrenamtlich für den Kreis Merseburg als Kreisbodendenkmalpfleger.
Zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen haben Walter Saals Ruf als Forscher begründet und ihm fachliche Anerkennung eingebracht. Ebenso ausdauernd ist er bis in die jüngste Zeit in der praktischen Feld-Arbeit tätig. Die Auszeichnung würdigt einen Mann, der, häufig zusammen mit seiner Frau Erna Saal, ein Lebenswerk für die Wissenschaft und die Bau- und Bodendenkmalpflege erbracht hat."
Es sei an dieser Stelle gestattet, einen kurzen Lebenslauf des Jubilars zu skizzieren: 1913 in Merseburg geboren, nach Schulbesuch zunächst Vermessungswerker, anschließend Studium an den Staatsbauschulen Frankfurt / Oder, Halle / Saale und Erfurt mit Abschluß als Vermessungs- und Tiefbauingenieur. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft seit 1945 als Bauleiter in Merseburg und dem Bunonwerk tätig, zuletzt im Projektierungs- und Planungsbereich (bis 1977). Von Jugend auf Beschäftigung mit Heimatgeschichte, insbesondere mit Steinkreuzen. Inventarisationstätigkeit für Sachsen-Anhalt auch für den Bereich der Bodendenkmalpflege. 1952 Kreispfleger für den Kreis Merseburg, 1960 Vertrauensmann für Denkmalpflege im Kreis Merseburg. Beteiligung am Wiederaufbau des Ostflügels des Merseburger Schlosses und anderer Denkmäler. Mit Unterstützung der Ehefrau Aufnahme und Dokumentation von Denkmälern im oberen Geiseltal, die durch den fortschreitenden Braunkohleabbau bedroht waren oder verlorengingen. Zahlreiche Veröffentlichungen zu archäologischen Fundstätten und Denkmälern sowie Sagen und Brauchtum des Kreises Merseburg seit 1957.