Inhaltsverzeichnis:

Stadt Merseburg und die eingegliederten Stadtteile

Provinz Sachsen

Regierungsbezirk Merseburg

Landkreis Merseburg

Provinziallandtag

Adolph Heinrich von Armin Boitzenburg...Regierungspräsident

Stadt Merseburg und die eingegliederten Stadtteile

 

Annemariental

Atzendorf

Beuna (Geiseltal)

Blösien

Elisabethhöhe

Freiimfelde

Geusa

Kötzschen

Merseburg (Saale), Merseburg

Meuschau

Neumarkt

Trebnitz

Venenien

Werder

Zscherben

Provinz Sachsen

Provinz Sachsen

Die Provinz Sachsen war eine preußische Provinz, zwischen dem Königreich Hannover (ab 1866 Provinz Hannover), Herzogtum Braunschweig, Kurfürstentum Hessen (ab 1866 Provinz Hessen-Nassau), den zehn (später acht) Thüringischen Staaten und dem Königreich Sachsen sowie der preußischen Provinz Brandenburg gelegen. Sie wurde durch das aus mehreren Teilstücken bestehende Herzogtum Anhalt fast in eine nördliche und südliche Hälfte gespalten. Provinzhauptstadt war Magdeburg. Die historische Provinz Sachsen entspricht im Wesentlichen dem heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt (ohne Dessau), dem Norden Thüringens (mit Erfurt, dem Eichsfeld, Nord- und Mühlhausen) sowie Teilen des westlichen Brandenburgs und nordwestlichen Sachsen.
In dieser zentral gelegenen Provinz vereinigte das Königreich Preußen seinen 1807 verlorenen und in den Freiheitskriegen bis 1815 zurückgewonnenen Altbesitz an der mittleren Elbe (Altmark, Magdeburg, Halberstadt, Mansfeld, Quedlinburg), die – ebenfalls 1807 verlorenen – Erwerbungen von 1802 (Eichsfeld, Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen) mit den ihm auf dem Wiener Kongress zugesprochenen und als „Herzogtum Sachsen“ bezeichneten, vormals königlich sächsischen Territorien. Bedingt durch ihre Mittellage als westlichste der „sieben östlichen Provinzen des Königreichs“ grenzte diese Provinz an nicht weniger als 18 Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes (1815, 1864 immerhin noch 14), darunter alle Thüringischen Staaten, vor allem aber an die Königreiche Hannover und Sachsen, sowie an Kurhessen, Braunschweig (mit Amt Calvörde, Blankenburg und Kernland) und die Anhaltischen Herzogtümer.
Zur Provinz gehörten – vor allem in Thüringen – zahlreiche Exklaven, darunter die Kreise Schleusingen und Ziegenrück, wodurch es sogar mit Bayern eine kurze, gemeinsame Grenze gab.
Während im dichter besiedelten Süden und in der Provinzhauptstadt Magdeburg zahlreiche Betriebe der Metall- und Textilindustrie, später auch der chemischen Industrie beheimatet waren, herrschte im Magdeburger Umland und in der Altmark die Landwirtschaft vor, zum Teil mit Spezialkulturen, wie den Zuckerrüben in der fruchtbaren Magdeburger Börde.
Das Herzogtum Magdeburg ist aus dem weltlichen Herrschaftsbereich des Erzbischofs von Magdeburg hervorgegangen. Nach den Bestimmungen des Westfälischen Friedens von 1648 wurde dieses längst lutherisch gewordene Territorium nach dem Tod des letzten Administrators, Herzog August von Sachsen-Weißenfels, im Jahre 1680 säkularisiert und als Herzogtum dem Kurfürsten von Brandenburg (als Entschädigung für den verlorenen Anspruch auf Vorpommern) zugeteilt.
1944 wurde die Provinz Sachsen aufgeteilt in die Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg, während der Regierungsbezirk Erfurt der Verwaltung des Reichsstatthalters in Thüringen unterstellt wurde. 1945 wurde die Provinz Sachsen durch Zusammenlegung der Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg mit dem Land Anhalt in neuer Form als „Provinz Sachsen-Anhalt“ wiedergegründet. Die Auflösung des preußischen Staates durch das Kontrollratsgesetz Nr. 46 hatte dann die Konstituierung des Landes Sachsen-Anhalt zur Folge. Landeshauptstadt wurde Halle.
Am längsten hielten sich die Grenzen der Provinz Sachsen im kirchlichen Bereich in Form der Kirchenprovinz Sachsen der Evangelischen Kirche, die bis Ende 2008 bestand.
Gebiet und Bevölkerung
25.529 km²; 3.622.546 Einwohner (Mai 1939)


Verwaltungsgeschichte
Die Provinz Sachsen wurde 1815 gebildet und erhielt den Rang eines Herzogtums. Sie umfasste im Wesentlichen die bereits vor 1800 zu Preußen gehörigen Gebietsteile Magdeburg und Halberstadt, die 1802 an Preußen gelangte ehemalige Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen sowie Erfurt (zuvor seit 1807 als Fürstentum Erfurt direkt dem französischen Kaiser unterstellt) und darüber hinaus die vom Königreich Sachsen an Preußen abgetretenen Gebiete Wittenberg, Merseburg, Naumburg, Mansfeld, Querfurt und Henneberg mit deren Umland (Aufzählung nicht abschließend). Andere ebenfalls an Preußen abgetretene Gebiete Sachsens (wie z. B. Teile der Oberlausitz) wurden den Provinzen Schlesien bzw. Brandenburg zugeordnet. In die neue Provinz Sachsen wurde auch die Altmark (zwischen 1807 und 1813 beim Königreich Westphalen) eingegliedert. 1932 erhielt sie noch die einst hannoverschen Gebiete um Ilfeld und Elbingerode.
Die Provinz Sachsen bestand im Wesentlichen aus zwei durch das Herzogtum Anhalt räumlich getrennten Teilen und hatte mehrere Exklaven. Verwaltungsmäßig war sie in die Regierungsbezirke Magdeburg, Merseburg und Erfurt gegliedert. Am 1. Juli 1944 wurde der hessen-nassauische Kreis Herrschaft Schmalkalden dem Regierungsbezirk Erfurt eingegliedert und dieser dem Reichsstatthalter in Thüringen unterstellt sowie die restliche Provinz Sachsen in die beiden Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg aufgeteilt. Diese Trennung existierte jedoch nicht lange. Auf Befehl des Oberst-Kommandierenden der Sowjetischen Militäradministration wurden im Juli 1945 die Provinzen Halle-Merseburg und Magdeburg sowie das Land Anhalt zu einem einheitlichen Gebiet, der Provinz Sachsen, zusammengelegt und die Provinz in die drei Verwaltungsbezirke Magdeburg, Merseburg und Dessau, sowie die drei Stadtkreise Halle, Magdeburg und Dessau, unterteilt. 1946 erfolgte die Umbenennung in Provinz Sachsen-Anhalt und 1947 in Land Sachsen-Anhalt, das 1949 Bestandteil der DDR, jedoch bereits 1952 mit der Gebietsreform in der DDR wieder aufgelöst wurde. Es entstanden hieraus die Bezirke Halle und Magdeburg. Dabei wurden einige ehemals sächsischen Gebiete im Osten (u.a. Delitzsch, Eilenburg, Torgau und Schkeuditz bereits 1950) zu dem aus dem Land Sachsen (wurde in mehrere Bezirke aufgeteilt) entstandenen Bezirk Leipzig angegliedert.
Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde das Land Sachsen-Anhalt mit leicht veränderten Grenzen im Wesentlichen aus den Bezirken Halle und Magdeburg (Landeshauptstadt) wieder errichtet, siehe Sachsen-Anhalt.


Verwaltungsgliederung der Provinz Sachsen (bis 1944)
Regierungsbezirk Magdeburg
Stadtkreise
1. Aschersleben (1901–1950)
2. Burg (1924–1950)
3. Halberstadt (1817–1825 und 1891–1950)
4. Magdeburg
5. Quedlinburg (1911–1950)
6. Stendal (1909–1950)
Landkreise
1. Calbe a./S.
2. Gardelegen
3. Halberstadt
4. Haldensleben
5. Jerichow I
6. Jerichow II
7. Oschersleben (Bode)
8. Osterburg
9. Quedlinburg
10. Salzwedel
11. Stendal
12. Wanzleben
13. Wernigerode
14. Wolmirstedt
Regierungsbezirk Merseburg
Stadtkreise
1. Eisleben (1908–1950)
2. Halle a. d. Saale
3. Merseburg (1921–1950)
4. Naumburg a. d. Saale (1914–1950)
5. Weißenfels (1899–1950)
6. Wittenberg (Lutherstadt) (1922–1950)
7. Zeitz (1901–1950)
Landkreise
1. Bitterfeld
2. Delitzsch
3. Eckartsberga (Sitz: Kölleda)
4. Liebenwerda
5. Mansfelder Gebirgskreis
6. Mansfelder Seekreis
7. Merseburg
8. Querfurt
9. Saalkreis
10. Sangerhausen
11. Schweinitz
12. Torgau
13. Weißenfels
14. Wittenberg
15. Zeitz
Regierungsbezirk Erfurt
Stadtkreise
1. Erfurt (1816–1818, seit 1872)
2. Mühlhausen (1892–1950)
3. Nordhausen (1882–1950)
Landkreise
1. Grafschaft Hohenstein (Landratsamt in Nordhausen)
2. Heiligenstadt
3. Langensalza
4. Mühlhausen
5. Schleusingen
6. Weißensee
7. Worbis
8. Ziegenrück
Politik [Bearbeiten]
Oberpräsidenten
1816–1821: Friedrich von Bülow
1821/24–1825: Friedrich von Motz
1825–1837: Wilhelm Anton von Klewiz
1837–1840: Anton zu Stolberg-Wernigerode
1841–1844: Eduard Heinrich von Flottwell
1844–1845: Wilhelm von Wedell
1845–1850: Gustav von Bonin
1850–1872: Hartmann von Witzleben
1873–1881: Robert von Patow
1881–1890: Arthur von Wolff
1890–1897: Albert von Pommer Esche
1898–1906: Karl Heinrich von Boetticher
1906–1908: Kurt von Wilmowsky
1908–1917: Wilhelm von Hegel
1917–1919: Rudolf von der Schulenburg
1920–1927: Otto Hörsing (SPD)
1927–1930: Heinrich Waentig (SPD)
1930–1932: Carl Falck (DDP)
1933–1933: Friedrich von Velsen (DNVP)
1933–1933: Kurt Melcher (DVP)
1933–1944: Curt von Ulrich (NSDAP)
1944–1945: aufgeteilt in Provinz Magdeburg und Provinz Halle-Merseburg
Provinz Magdeburg: Rudolf Jordan (NSDAP)
Provinz Halle-Merseburg: Joachim Albrecht Eggeling (NSDAP)
1945: Erhard Hübener (LDPD)
Landeshauptmänner
1876–1900: Wilko Graf von Wintzingerode
1908–1921: Kurt von Wilmowsky
1921–?: Rudolf Oeser, DDP
1924–1933: Erhard Hübener, DDP
1933–1945: Kurt Otto, NSDAP
Provinziallandtag
1921: SPD 22,7 % – 25 Sitze | DNVP 19,1 % – 21 Sitze | KPD 17,3 % – 19 Sitze | DVP 14,6 % – 16 Sitze | USPD 10,9 % – 12 Sitze | DDP 10,0 % – 11 Sitze | Zentrum 3,6 % – 4 Sitze | Landbund 1,8 % – 2 Sitze

1925: SPD 29,7 % – 34 Sitze | NOB 17,3 % – 20 Sitze | KPD 15,4 % – 18 Sitze | DNVP 10,7 % – 12 Sitze | Arbeit und Ordnung 6,7 % – 7 Sitze | DDP 4,8 % – 5 Sitze | Zentrum 3,9 % – 4 Sitze | DNVP/Landbund 3,4 % – 4 Sitze | Sparer und Rentner 2,2 % – 3 Sitze | DVP 1,6 % – 2 Sitze | DSP 1,2 % – 2 Sitze | DFVP 1,1 % – 1 Sitz | WP 0,9 % – 1 Sitz

1929: SPD 31,1 % – 37 Sitze | DNVP 14,9 % – 17 Sitze | KPD 13,7 % – 16 Sitze | DVP 8,6 % – 10 Sitze | WP 6,1 % – 8 Sitze | NSDAP 5,8 % – 7 Sitze | DDP 4,1 % – 5 Sitze | Zentrum 3,8 % – 5 Sitze | CNBL 2,9 % – 4 Sitze | Landbund 2,5 % – 4 Sitze

1933: NSDAP 48,1 % – 54 Sitze | SPD 21,4 % – 25 Sitze | KPD 12,8 % – 15 Sitze | DNVP 13,5 % – 14 Sitze | Zentrum 3,7 % – 5 Sitze
(An 100% fehlende Stimmen = nicht im Provinziallandtag vertretene Wahlvorschläge.) 

(aus Wiki 2012)

Regierungsbezirk Merseburg

Die Regierung Merseburg begann ihre Tätigkeit wie die Regierungen in Erfurt und Magdeburg am 1. April 1816. Die Regierungen waren die wichtigsten Behörden der inneren Verwaltung in den nach 1815 gebildeten Provinzen des preußischen Staates. Der Regierungsbezirk Merseburg in der preußischen Provinz Sachsen umschloß den größten Teil der 1815 von Sachsen an Preußen abgetretenen Gebiete einschließlich der ehemaligen Bistümer Merseburg und Naumburg-Zeitz, des Fürstentums Querfurt, des sächsischen Anteils von Mansfeld, der Grafschaften Stolberg-Stolberg und Stolberg-Roßla, die vorher schwarzburgischen Ämter Kelbra und Heringen, von den vorübergehend zum Königreich Westfalen gehörenden preußischen Gebieten den Saalkreis, den vormals preußischen Anteil von Mansfeld und das halberstädtische Amt Ermsleben. Der Regierungsbezirk Merseburg war bei seiner Gründung in 17 landrätliche Kreise eingeteilt, deren Einteilung mehrfach verändert wurde.
Der Regierungspräsident unterlag der allgemeinen Dienstaufsich der preußischen Innen- und Finanzminister. Die einzelnen Fachgebiete unterstanden den jeweiligen Ressortministern.Der Oberpräsident der Provinz verfügte über über Informations- und allgemeine Aufsichtsrechte. Ab 1933 wurden dessen Aufsichts- und Weisungsrechte gegenüber den Regierungspräsidenten erweitert. Organe der Regierung waren die Landräte, die Oberbürgermeister kreisfreier Städte, die Polizeupräsidenten, die Amtsvorsteher und eine Reihe von Fachbehörden.
Die Aufgaben der Regierung wurde vom Regierundspräsidenten mit der Präsidialabteilung und in den Abteilungen für Kirchen und Schulen sowie für Direkte Steuern, Domänen und Forsten bearbeitet. Der Regierungspräsident war die Landespolizeibehörde des Regierungsbezirkes. Dessen Präsidialabteilung war zuständig für politische Polizeiangelegenheiten, aber auch für den Bereich der Sicherheits-, Ordnungs- und Verwaltungspolizei.Der Regierung angegliedert war ab 1875 der Bezirksrat, später Bezirksausschuß. Weitere Zuständigkeiten folgten.
1944 wurde die Provinz Sachsen als staatliche Verwaltungseinheit aufgelöst.Für die nun entstandene Provinz Halle-Merseburg wurde der Regierungspräsident in Merseburg der allgemeine Vertreter des Oberpräsidenten, der sich zur Wahrnehmung seiner Aufgaben der Regierung Merseburg bediente.Am 16. Juli 1945 konnte die Behörde wieder in eine Bezirksverwaltung, geleitet von einem Bezirkspräsidenten, umgewandelt werden (siehe Bestand K 12 Bezirksverwaltung Merseburg).

Regierungsbezirk Merseburg
Der Regierungsbezirk Merseburg war neben Magdeburg und Erfurt einer der drei Regierungsbezirke, die 1815 bei Gründung der preußischen Provinz Sachsen gebildet wurden. Er wurde im Laufe der Geschichte mehrmals in seinen Grenzen verändert und bestand bis zur Aufteilung der Provinz Sachsen am 1. Juli 1944. An seine Stelle trat dabei die Provinz Halle-Merseburg. Diese wurde dann im Zuge der Bildung des Landes Sachsen-Anhalt (1945-47) durch den Regierungsbezirk Halle ersetzt, der wiederum im Zusammenhang mit der Verwaltungsreform von 1952 in den Bezirk Halle überging.
Verwaltungsgliederung
Stadtkreise:
1. Stadtkreis Eisleben (1908-1950)
2. Stadtkreis Halle (Saale)
3. Stadtkreis Merseburg (1921-1950)
4. Stadtkreis Naumburg a. d. Saale (1914-1950)
5. Stadtkreis Weißenfels (1899-1950)
6. Stadtkreis Wittenberg (Lutherstadt)
7. Stadtkreis Zeitz (1901-1950)
Landkreise:
1. Landkreis Bitterfeld
2. Landkreis Delitzsch
3. Landkreis Eckartsberga
4. Landkreis Liebenwerda
5. Mansfelder Gebirgskreis
6. Mansfelder Seekreis
7. Landkreis Merseburg
8. Landkreis Naumburg
9. Landkreis Querfurt
10. Saalkreis
11. Landkreis Sangerhausen
12. Landkreis Schweinitz
13. Landkreis Torgau
14. Landkreis Weißenfels
15. Landkreis Wittenberg
16. Landkreis Zeitz
Regierungspräsidenten
1816-1822: Moritz Haubold von Schönberg
1822-1825: Hoyer
1825-1830: Gustav von Brenn
1831-1834: Gustav von Rochow
1834-1835: Wilhelm von Bonin
1835-1838: August Werner von Meding
1838-1841: Adolf Heinrich von Arnim-Boitzenburg
1841-1848: Friedrich von Krosigk
1848-1850: Hartmann von Witzleben
1851-1861: Busso von Wedell
1861-1876: Robert Rothe
1876-1894: Gustav von Diest
1894-1897: Constantin zu Stolberg-Wernigerode
1898-1909: Eberhard von der Recke
1909-1910: Hans von Eisenhart-Rothe
1910-1922: Wolf von Gersdorff
1922-1924: Karl Bergemann
1925-1928: Walter Emil Grützner
1929-1932: Ernst von Harnack
1932-1943: Robert Sommer
1944-1945: Friedrich Uebelhoer 

(aus Wiki 2012)

Landkreis Merseburg

Landkreis Merseburg
Der Landkreis Merseburg war von 1816 bis 1945 ein Landkreis in der preußischen Provinz Sachsen und von 1945 bis 1952 im Land Sachsen-Anhalt.
Umfang
Der Landkreis Merseburg umfasste am 1. Januar 1945
die vier Städte Bad Lauchstädt, Lützen, Schafstädt und Schkeuditz
sowie 123 weitere Gemeinden.
Die Stadt Merseburg lag als Enklave mitten im Kreisgebiet und bildete von 1921 bis 1950 einen eigenen Stadtkreis.
Verwaltungsgeschichte
Königreich Preußen
Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Oktober 1816 der Kreis Merseburg im Regierungsbezirk Merseburg in der preußischen Provinz Sachsen eingerichtet. Das Landratsamt war in Merseburg.
1819 wurde die Rattmannsdorfer Mark aus dem Kreis Weißenfels in den Kreis Merseburg umgegliedert. 1828 traten die Dörfer Angersdorf und Passendorf und das Rittergut Passendorf vom aufgelösten Stadtkreis Halle a./Saale zum Kreis Merseburg.
Norddeutscher Bund/Deutsches Reich
Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Am 15. Februar 1921 schied die Stadtgemeinde Merseburg aus dem Kreis aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Fortan führte der Kreis die Bezeichnung Landkreis Merseburg. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Merseburg entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Mit dem 1. Oktober 1937 wechselte die Gemeinde Ennewitz vom Landkreis Merseburg in den Kreis Delitzsch.
Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis seitdem zur neuen Provinz Halle-Merseburg. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die amerikanischen Alliierten Streitkräfte besetzt.
Deutsche Demokratische Republik
Am 1. Juli 1950 wurden die Landkreisgrenzen durch eine Verwaltungsreform geändert. Unter anderem wurde die Stadt Mücheln aus dem Landkreis Querfurt ausgegliedert und in Landkreis Merseburg eingegliedert. 1952 kam es in der DDR zu einer weiteren Verwaltungsreform, bei der unter anderem die Länder ihre Bedeutung verloren und neue Bezirke eingerichtet wurden. Der Landkreis Merseburg gab Gemeinden an den Saalkreis und an den Kreis Leipzig-Land ab. Aus dem verbleibenden Kreisgebiet wurde der neue Kreis Merseburg gebildet, der dem neugebildeten Bezirk Halle zugeordnet wurde.

Landratsämter und Kreiskommunalverwaltungen im Regierungsbezirk Merseburg
Die endgültige Bestätigung der Einteilung der landrätlichen Kreise, wie sie im Jahre 1815 bei der Neuorganisation des preußischen Staates vorgesehen war, erfolgte im Regierungsbezirk Merseburg im Jahre 1817. Die 1816/1817 gebildeten Kreise blieben bis 1945 relativ konstant.
Die mit der „Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden" vom 30. April 1815 neugeschaffenen Kreise waren territorial geschlossene einheitliche staatliche Verwaltungsbezirke. Die Landräte blieben jedoch als den Regierungen unmittelbar nachgeordnete Staatsbeamte.
Zum Geschäftskreis des Landrats gehörten u. a. der gesamte Bereich der inneren Verwaltung im Kreis, die Polizei im weitesten Sinne, seit 1821 die Gendarmerie im Kreise, weiterhin die Militärangelegenheiten, die Aufsicht über das Armenwesen und die Verwaltung des Kämmerei- und Gemeindevermögens der Städte und Dörfer. Aus einer Vielzahl der weiteren Aufgaben ist die Aufsicht über die Steuerverwaltung und –einziehung besonders hervorzuheben.
Am 17. Mai 1827 wurde die Kreisordnung für die Provinz Sachsen erlassen. Sie änderte nichts an der Verfassung und Verwaltung der Kreise, sondern sie regelte in der Hauptsache den Wahlmodus, die Zusammensetzung und Befugnisse der Kreisvertretungen, die als Kreisversammlungen, Kreisstände oder Kreistage bezeichnet wurden.
Auf neue Grundlagen wurde die preußische Kreisverfassung gestellt, als bald nach der Reichsgründung von 1871 ein Kompromiss in Gestalt der 1874 in Kraft getretenen Kreisordnung für die die sechs östlichen Provinzen vom 13. Dezember 1872 (Neufassung vom 19. März 1881) zustande kam. Für den Landrat bedeutete die Kreisordnung von 1872/1874 eine erhebliche Vermehrung seiner Aufgaben. Nach wie vor konzentrierte sich bei ihm nicht nur die gesamte innere und allgemeine Verwaltung auf der Kreisebene, sondern er hatte vor allem die Funktion der Kreispolizeibehörde. Außerdem stand er nicht nur als Vorsitzender des von ihm einzuberufenden Kreistages, sondern vor allem als Vorsitzender des Kreisausschusses, dessen Ge-schäfte er zwischen den Sitzungen führte, als Staatsbeamter über der Selbstverwaltung des Kreiskommunalverbandes. In dieser Eigenschaft lautete seine Behördenbezeichnung „Der Landrat als Vorsitzender des Kreisausschusses". Bei seiner Ernennung, die nach wie vor durch den König und seit 1918 durch das preußische Staatsministerium erfolgte, waren die Vorschläge des Kreistages seitdem nicht mehr bindend.
Im Jahre 1933 erhielten die Landräte das Aufsichtsrecht über die übrigen staatlichen Behörden im Kreis und als Vorsitzende der Kreisausschüsse auch über die Städte mit mehr als 10000 Einwohnern, die bisher der Kommunalaufsicht der Regierungen direkt unterstanden haben.
Nach dem Machtanritt der Nationalsozialisten erstreckte sich die Beseitigung der parlamentarischen Demokratie auch auf die kommunale Selbstverwaltung der Kreise. Die Kreistage wurden bereits im Februar 1933 aufgelöst und ihre Aufgaben vorübergehend den Kreisausschüssen mit übertragen. Diese verloren jedoch ihrerseits noch im Dezember des gleichen Jahres den Großteil ihrer Aufgaben an die Landräte und wurden im Wesentlichen unter der neuen Bezeichnung Kreisverwaltungsgericht auf diesen Teil ihrer bisherigen Zuständigkeiten beschränkt. Schließlich fielen sie 1939/1940 gänzlich der Unterordnung der gesamten öffentlichen Verwaltung unter die Belange der Kriegsführung zum Opfer, als auch die Kreisverwaltungsgerichte ihre Tätigkeit einstellen mussten. Zu einer förmlichen Vereinigung des Geschäftsbereiches der Selbstverwaltung kam es in den meisten Kreisen des Regierungsbezirkes Merseburg bis zum Jahre 1945 allerdings nicht mehr. Die Kreiskommunalverwaltung blieb vielmehr ein selbständiger Teil des Landratsamtes.
Die Tätigkeit der preußischen Landratsämter endete im Mai 1945. Im gleichen Jahr erfolgte der Aufbau neuer Kreisverwaltungen.



Provinziallandtag

Provinziallandtag (Preußen)
Der Provinziallandtag war das Parlament einer preußischen Provinz.
Da das Land Preußen allein bereits weit über die Hälfte der Einwohner des Deutschen Reiches umfasste, war der Preußische Landtag als Landesparlament die Volksvertretung für eine große Zahl von Bürgern. Weil die jeweiligen Provinzen des Landes Preußen nach Fläche und Einwohnerzahl größer waren als die meisten anderen deutschen Länder, repräsentierten ihre eigenen Provinziallandtage − mehr als der preußische Landtag selbst − die regionale Volksvertretung. Sie lassen sich daher eher mit den Landtagen der anderen Länder vergleichen.
Provinziallandtage (Provinzialstände) im Königreich Preußen
Die ersten Provinziallandtage in Preußen wurden unter dem Namen Provinzialstände am 5. Juni 1823 in Preußen angeordnet und in den Jahren 1824 bis 1827 in den acht Provinzen als provinzielle Vertretungskörperschaften auf ständischer Grundlage eingerichtet.
→ siehe Provinzen Preußens
Das Vertretungsrecht besaßen lediglich Grundbesitzer, und zwar stellten die adligen Großgrundbesitzer jeweils die Hälfte, die städtischen Grundbesitzer ein Drittel und die großbäuerlichen Grundbesitzer ein Sechstel der Deputierten.
Die Provinzialstände sollten bei Gesetzen über Personen- und Eigentumsrechten sowie Steuern die Regierungen durch Gutachten beraten. Nur in provinziellen Kommunalfragen hatten sie legislative Befugnisse. Vom Adel beherrscht, wurden die Provinzialstände zu einem vorwiegend konservativen Vertretungselement im Staat und zu Organen des Provinzpartikularismus.
Nur in den rheinischen, westfälischen, (ost-)preußischen und schlesischen Provinzialständen bildete sich in den 1840er Jahren eine gemäßigt-liberale Opposition heraus. Auf die Forderung des Provinziallandtags in der Provinz Preußen von 1840 die versprochene gesamtstaatliche Repräsentation zu schaffen, wurden ständische Ausschüsse eingeführt, die in der Zeit zwischen den Sessionen tagten. Darüber hinaus debattierten sie als Vereinigte Ausschüsse über gesamtstaatliche Fragen. 1847 berief Friedrich Wilhelm IV. erstmalig alle preußischen Provinzialstände als Vereinigten Landtag, um die von der antifeudalen Opposition geforderte Einführung einer Volksvertretung zu umgehen.
Im Zuge der Revolution von 1848 abgeschafft, wurden die Provinzialstände in der nachrevolutionären Reaktionsära durch die Verordnung vom 18. Mai 1851 reaktiviert. Erst durch die preußische Provinzialordnung aus dem Jahre 1875 wurden sie in ihrer bisherigen Form aufgehoben.
Nach dem Deutschen Krieg von 1866 konstituierte sich am 11 Oktober 1868 in der Provinz Schleswig-Holstein der Provinziallandtag Schleswig-Holstein.
Provinziallandtage im Kaiserreich
Provinziallandtage wurden in Preußen aufgrund der Provinzialordnung vom 29. Juni 1875 gebildet. Die Mitglieder wurden durch die Magistrate und Kreistage der Kreise und Städte der Provinz auf sechs Jahre gewählt. Der Provinziallandtag sollte alle zwei Jahre vom König einberufen werden.
Die Provinziallandtage waren wesentlich gestärkt. Es waren nun Selbstverwaltungskörperschaften mit eigenen Finanzen und eigenem Aufgabenkreis (Staatschausseen, Sozialfürsorge, Melioration, Förderung von Wissenschaft und Kunst, Wohnungs- und Siedlungswesen). Auch trug die Tatsache, dass die Provinziallandtage öffentlich tagten, zur Erhöhung ihrer Wirkung bei.

Der Provinziallandtag wählte aus seiner Mitte den Provinzialausschuss.
Provinziallandtage in der Weimarer Republik
Die Provinziallandtage im Freistaat Preußen (Berlin: Stadtverordnetenversammlung; Posen-Westpreußen und Hohenzollern: Kommunallandtag) waren die Parlamente der Provinzen. Rechtsgrundlage waren die Regelungen des Abschnitts VIII der Verfassung des Freistaats Preußen vom 30. November 1920.
Sie wurden auf 4 Jahre gewählt. Ihre Mitgliederzahlen richteten sich nach der Einwohnerzahl der Provinz. Die Provinziallandtage wählten den Landeshauptmann (in Berlin: Oberbürgermeister) und bildeten aus ihrer Mitte jeweils den Provinzialausschuss.
Aus den Reihen der Provinziallandtage wurden 13 der 26 (zeitweise 27) Vertreter Preußens in den Reichsrat entsandt. Vertreter der Provinziallandtage bildeten den preußischen Staatsrat (Abschnitt IV der Verfassung des Freistaats Preußen vom 30. November 1920).
Rechtsnachfolger in der Bundesrepublik
Während im größten Teil des ehemaligen preußischen Staates die provinziellen Selbstverwaltungseinrichtungen mit der Auflösung der Provinzen verschwanden, existieren in einigen Bundesländern Nachfolgeeinrichtungen. In Nordrhein-Westfalen etwa knüpfen die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe direkt in Struktur und Aufgaben an die früheren Einrichtungen an.


Adolf Heinrich von Arnim-Boitzenburg...Regierungspräsident des Regierungsbezirkes Merseburg


Von 1838 bis 1840 war er Regierungspräsident  des Regierungsbezirks Merseburg
Adolf Heinrich von Arnim-Boitzenburg

Adolf Heinrich Graf von Arnim-Boitzenburg (* 10. April 1803 in Berlin; † 8. Januar 1868 auf Schloss Boitzenburg) war ein preußischer Staatsminister, Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Domdechant in Brandenburg, Kammerherr und Major der Landwehr-Kavallerie.

Er war der Sohn von Friedrich Abraham Wilhelm von Arnim (1767–1812) und Gräfin Georgine von Wallmoden-Grimborn (1770–1859) (geschieden 1806). Seine Mutter war die Tochter des kurhannoverschen Feldmarschalls Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn. Sein Vater war Gesandter in Dresden und Kopenhagen.

Leben

Adolf Heinrich von Arnim

Zunächst erhielt er Privatunterricht und war dann am Joachimsthalschen Gymnasium und von 1819 bis 1821 am Friedrichwerderschen Gymnasium in Berlin.[1] Nach seinem Jurastudium in Berlin und Göttingen war er 1825 als Einjährig-Freiwilliger bei den Garde-Ulanen.

1825 trat er in den preußischen Justiz- und Staatsdienst, zunächst als Auskultator am Stadtgericht und als Referendar am Kammergericht Berlin. 1830 wurde er Landrat im Kreis Uckermark und 1833 Vizepräsident im Regierungsbezirk Stralsund. Ab 1834 war er Regierungspräsident des Regierungsbezirks Aachen und ab 1838 des Regierungsbezirks Merseburg.

1840 wurde von Arnim-Boitzenburg Oberpräsident der Provinz Posen. 1842 wurde er mit knapp 40 Jahren jüngster Preußischer Innenminister. Als solcher kämpfte er vergeblich für eine Verfassungsreform. Da er die romantisch-irrealen Pläne von Friedrich Wilhelm IV. nicht mittragen wollte, trat er 1845 zurück. Auch deswegen holte ihn der König nach dem Scheitern seiner Verfassungspläne und dem Ausbruch der Deutschen Revolution 1848/49 zurück in die Regierung. Vom 19. März 1848 bis 29. März 1848 war Arnim für wenige Tage erster Preußischer Ministerpräsident. Er trat erneut zurück, weil der König wiederum gegen seinen Rat eigene Pläne verfolgte, diesmal mit dem Versuch sich an die Spitze der Nationalbewegung zu stellen.

Arnim gehörte von 1839 bis 1868 dem brandenburgischen Provinziallandtag und 1847 dem Vereinigten Landtag[2] an. Vom 18. Mai bis zum 10. Juni 1848 war er Abgeordneter für Prenzlau in der Frankfurter Nationalversammlung. 1850 gehörte er dem Erfurter Unionsparlament, 1849–1868 erst der Zweiten Kammer des preußischen Landtags, dann dem Herrenhaus an.

Arnim starb am 8. Januar 1868 in Boitzenburg im Alter von 64 Jahren am „gastrischen Fieber“. Er wurde am 11. Januar im Arnim'schen Erbbegräbnis bestattet.[3]

Bis heute bekannt ist Arnim durch seine Äußerung als preußischer Innenminister zu Heinrich Heines Werk Die schlesischen Weber. Er bezeichnete das Werk in einem Bericht an König Friedrich Wilhelm IV. als „eine in aufrührerischem Ton gehaltene und mit verbrecherischen Äußerungen angefüllte Ansprache an die Armen im Volke“. Daraufhin ordnete das Königlich Preußische Kammergericht ein Verbot des Gedichts an, was 1846 zu einer Gefängnisstrafe eines Rezitators führte.